Astrid Brandt - Bleistift Papier

Perspektivisch durchkonstruierte Bildräume verweisen auf einen Zusammenhang zur Renaissance, auf die Entdeckung der Perspektive als Ausdruck eines anthropozentrischen Weltbildes, - und dahin fühlt sich die Künstlerin durchaus hingezogen. Nur fehlt ihren Räumen das menschliche Personal, das in den perspektivischen Gemälden der Renaissance wie auf einer Bühne agiert. Die menschenleeren Räume zeigen eine gestaltete, geformte Welt, die hier gleichsam vor uns aufgeführt wird wie in einem virtuellen Museum. Die Klarheit der Zeichnung korrespondiert mit der Ordnung der Dinge, die sich selbst noch in einer geöffneten Schublade in peinlich genauer Systematik präsentieren: Sorgfältigst bewahrte Erinnerungsstücke einer kalten, sich ihrer Modernität bewussten Industriegesellschaft, die sich überlebt hat.